Seine Karriere ist von Höhen und Tiefen geprägt wie kaum eine in der jüngeren Hollywood-Geschichte. Mal Spezialist für romantische Rollen und Liebhaber, mal edler Kämpfer für Gerechtigkeit, mal Action-Recke und mal verkommener Familienvater und Charakterdarsteller, wurde Patrick Swayze Ende der 80er-Jahre mit "Dirty Dancing" und "Ghost" der Schwarm einer ganzen Generation junger Frauen, die Romantik mit Emanzipation zu verbinden wussten und vom sekundenlangen Anblick seines blitzenden nackten Hinterns fasziniert waren. Dabei sind seine träumerisch und melancholischen Augen allemal interessanter. Dann geriet Swayze in Vergessenheit, bis er nach und nach im Independent-Kino und im Fernsehen wieder Fuß fassen konnte.

Patrick Swayze wurde 1952 in Houston, Texas, als Sohn einer Choreografin geboren, wurde ausgebildeter Tänzer, trat in einer Disney-Eisrevue und am Broadway im Musical "Grease" auf und musste wegen einer Verletzung seine Tanzarbeit einschränken. Zu seinen ersten Rollen gehörten die des älteren vernünftigen Bruders von C. Thomas Howell und Rob Lowe in Francis Ford Coppolas Teenagerdrama "The Outsiders" und des jungen Landesverteidigers in John Milius' Kriegsdrama "Die rote Flut". Der Erfolg setzte mit der Mini-Serie "Fackeln im Sturm", Bürgerkriegsepos und romantisches Melodram in der "Vom Winde verweht"-Tradition ein.

In "Dirty Dancing", bis heute Stichwort für Tanz als Rebellion und autonome Selbstbehauptung von Teenagern, verführte Swayze als Tanzlehrer Jennifer Grey im Sommercamp und ließ das Becken wie Elvis kreisen. Sein Filmsong "She's Like the Wind" schaffte es in die Hitparaden. Als ermordeter Ehemann von Demi Moore sorgte er als und in "Ghost" für ihr zukünftiges Glück und sorgte in der häufig parodierten Töpferszene dafür, dass niemand mehr Ton ohne Hintergedanken (und eine dritte Hand) formen konnte. Swayze schlug sich durch B-Movies wie "Dirty Tiger" und "Black Dog" und wurde in Kathryn Bigelows furiosem Actionfilm "Gefährliche Brandung" mit seinem Gangsterquartett von Undercover-Agent Keanu Reeves gejagt. 2003 fiel er als heruntergekommener Vater von Rachael Leigh Cook in "11:14" auf, der eine Leiche entsorgt, für die er seine Tochter verantwortlich macht. In der TV-Produktion "Icon" (2005; nach Frederick Forsyths Roman) spielt er einen Geheimagenten.

1991 wurde Swayze vom Magazin People zum "Sexiest Man Alive" und unter die 50 schönsten Männer aller Zeiten gewählt. Er ist mit der Schauspielerin Lisa Niemi verheiratet und lebt auf dem großflächigen Grundstück seiner Rancho Bizzaro.

Im Januar 2008 hatten Ärzte bei ihm Bauchspeichdrüsenkrebs
diagnostiziert, an dessen Folgen er am 14. September 2009 im Alter von 57 Jahren starb.

                                                                                  
                                                                                      
                                                             
                                                                                                          
                                                                           

                                                                                               

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