Läufigkeit und

Trächtigkeit bis zur Geburt

LÄUFIGKEIT

Eine Hündin wird zwischen dem 6 oder 7 und 12 Monat das erste mal läufig, was aber nicht heißt das es auch zu Ausnahmen kommen kann, es gibt vereinzelt Hündinnen die brauchen auch etwas länger und werden erst etwas später läufig, also kein Grund zur Panik! Die Läufigkeit wiederholt sich ca. alle 6-7 Monate und dauert in der Regel 3 Wochen an, wobei sie sich in verschiedene Phasen unterteilt!

Die ersten Anzeichen sind ständiges putzen, und das anschwellen des äußeren Scheidenbereichs der Hündin! Außerdem werden alle Rüden auf die Hündin aufmerksam und versuchen sich ihr zu nähern!

Sowie Rüden als auch Hündinnen kommen vermehrt um an Ihrem Hinterteil zu schnuppern!

Es kann eine Zeit dauern bis man die ersten Blutstropfen sehen kann, manchmal kann es sogar vorkommen das man es gar nicht wirklich sieht falls man eine von den Hündinnen hat die sich extrem sauber hält! Viele Leute fragen mich immer wie viel Blut es wirklich ist was die Hündinnen verlieren, es ist natürlich nicht enorm viel sondern hier und da mal ein Tröpfchen!

Die gefährliche Zeit ist allerdings nur zwischen dem 10-15 Tag, dann sagt man ist die Hündin paarungsbereit und hebt den Schwanz zur Seite falls ein Rüde kommt!

Sie lässt ihn dann bereitwillig ran und das ist auch die Zeit in der man extrem aufpassen sollte falls man sich keine Nachkommen wünscht oder die Hündin viel zu klein ist um gedeckt zu werden!

Da kann eine Hündin natürlich nicht selbst drüber nachdenken! Natürlich gibt es immer Ausnahmen und man sollte die ganze Zeit über ein Auge auf die Hündin und Ihr Verhalten haben!

Schön erkennen kann man es auch daran das, das Blut anfangs dunkelrot ist und je mehr die Hündin in die *heiße* Phase kommt wird das Blut heller und wässriger!

Falls man jedoch auf 100% Nummer sicher gehen muss/möchte würde ich vorschlagen alle Rüden in dieser Zeit von der Hündin fern zu halten, oder der Hündin ein sogenanntes Höschen anzuziehen, die gibt es in Tiergeschäften oder auch bei E-bay ....da sind kleine Einlagen drin so das die Hündin auch in dieser Zeit nicht alles voll Blut macht und die heißen Schutzhöschen!

Jedoch muss ich aus eigener Erfahrung sagen das es eine gute Methode ist um Blutflecken zu vermeiden, aber keinesfalls um die cleveren Rüden wirklich fern zu halten!

Einen Weg finden die Kleinen Racker bestimmt und wenn das Höschen ausgezogen wird!

Außerdem ist oft das Problem das selbst die kleinen xs Höschen für die kleinen mini Chihuahuas noch etwas groß sind und man sich vielleicht ein eigenes Höschen basteln sollte!

Ansonsten bleibt zu sagen das bis jetzt noch jede Hitze vorüber ging!

Kleine Hunderassen sind im übrigen erst nach dem 12 Lebensmonat Zuchtreif und große Hunderassen sogar erst nach dem 18 Lebensmonat!

Optimaler Deckzeitpunkt

2 Tage nach Anstieg des Progesterons auf 5 ng/ml
Der Samen des Rüden ist bis zu 5 Tage lang lebensfähig
Das Geschlecht der Welpen wird durch den Rüden bestimmt, die männlichen Samenzellen leben nicht ganz so lange wie die weiblichen, sind aber schneller. Frühes Decken => mehr Hündinnen
Die Anzahl der Welpen wird durch die Hündin bestimmt

Fütterungsempfehlung
Vor Belegen mäßige Energiezufuhr
Während Läufigkeit Energiezufuhr während zirka 2 Wochen leicht erhöhen (auf circa 1,1 fache des Erhaltungsbedarf), dadurch wird die Ovulations- und Konzeptionsrate verbessert
Das infektiöse Welpensterben

Was versteht man darunter?
tödliche Infektionskrankheit von Welpen aufgrund einer Infektion mit dem Hunde-Herpesvirus
Aktuelle Ergebnisse CHV-1 Studie
Institut für Virologie Giessen (2004)

Ergebnisse

19% der Zuchthunde sind infiziert.
26 % der untersuchten Zwinger haben serologisch positive Tiere.
Zwinger mit 10 und mehr Tieren zeigen eine höhere Infektionsrate.


Das infektiöse Welpensterben
Welche Symptome sind sichtbar?
Welpen <1 Woche
•Welpen hören auf zu saugen
•Schmerzhaftigkeit im Bauchraum und lautes Schreien
•Weicher, gelbgrauer Kot, Durchfall
•Erbrechen, Speicheln
•Atemprobleme
•Tod nach 1-2 Tagen (Welpensterben)
Problem in herpesinfizierten Hundezuchten
- Sterblichkeitsrate bis zu 80%!
- hohe Verluste in Zuchten

Das infektiöse Welpensterben - Gibt es eine Impfung?

NEU
Eine Impfung gegen das Welpensterben ist jetzt möglich!
Muttertierimpfung
Durch die Impfung der trächtigen Hündin werden Antikörper gebildet, welche die Welpen über die Muttermilch aufnehmen und vor einer Infektion/ Erkrankung schützen

Das Impfschema

2 Impfungen/ Trächtigkeit
1. Impfung: 1.Tag der Läufigkeit bis Tag 10 nach dem Decktermin
2. Impfung 1 - 2 Wochen vor dem Geburtstermin
Fütterung während der Trächtigkeit

In den ersten 4 Wochen Erhaltungsbedarf
Ab 5. Woche Energiezufuhr erhöhen auf 1,5 x Erhaltungsbedarf, wobei die Ca- und Ph- Zufuhr genauso wie die Vitamin A- und Vitamin E- Zufuhr erhöht werden sollen

Probleme bei ungenügender Energiezufuhr:
zu geringe Milchproduktion
Welpen mit niedrigem Geburtsgewicht, erhöhte Sterblichkeitsrate, Hypocalcämie und nervöse Störungen

Geburtsstörungen I

Seit der letzten Paarung sind bereits 69 Tage verstrichen und die Hündin macht keine Anstalten zu gebären.
Die Rektaltemperatur ist angestiegen und die Hündin macht keine Anstalten zur Geburt.
Vor der Geburt des ersten Welpen ist Fruchtwasser abgegangen, ohne dass die Bauchpresse eingesetzt hat.
Bereits vor der Geburt des ersten Welpen wurde grüngelblicher Ausfluss sichtbar.

Geburtsstörungen II

Die Geburt des letzten Welpens liegt mehr als 4 Stunden zurück.
Das Muttertier hat intensive Bauchpresse länger als 30 Minuten, ohne dass eine Frucht ausgetrieben wird.
Abnormer Scheidenausfluss (eitrig, rein blutig, oder übelriechend)
Allgemeinstörung des Muttertieres (Stöhnen, aufgekrümmter Rücken, Apathie).

Geburtshilfe

Oxytocin ist das bei Geburtsstörungen am häufigsten eingesetzte Medikament. Oft wird es schon vom Besitzer ohne Rücksicht auf die Ursache einer Geburtsstörung verabreicht. Die Anwendung von Oxytocin bei nicht in der Geburt stehenden Hündinnen wird als Kunstfehler bezeichnet. Eine Geburtsauslösung ist mit PG F2 alpha möglich. Ob sich ein Hund bereits in der Geburt befindet, ist durch eine geburtshilfliche Untersuchung vom Tierarzt festzustellen.
Lageberichtigung, Kaiserschnitt

Störungen bei der Hündin nach der Geburt

Temperatur meist 39,2°C einige Tage nach der Geburt, sollte aber 39,5°C nicht übersteigen
Blutung
Nachgeburtsverhalten oder in der Gebärmutter verbliebene Welpen
Akute Gebärmutterinfektion
Akute Milchdrüseninfektion
Eklampsie, meist bei kleinen Hunden, in den ersten 3 Wochen nach der Geburt

Pflege der Welpen nach der Geburt

Hündin: Eihäute ablecken, Welpen trocknen, Nabelschnur abbeißen, Neugeborenen zum Saugen anregen
Nabeldesinfektion
Manchmal greift eine Hündin die Welpen an
Welpen auf Anomalien wie Gaumenspalte, Verschluss des Afters oder verkrümmte und missgebildete Beine untersuchen
Künstliche Aufzucht: Tränke, Kolostrum

Physiologie der Welpen

Körpertemperatur fällt bei der Geburt von 36° auf 30° und steigt in den ersten 7 Tagen auf 37°C.
Atemfrequenz zwischen 15 und 35 /min ohne Atemgeräusch
Nimmt täglich 5 – 10 % des Körpergewichtes zu und verdoppelt das Geburtsgewicht nach 10 Tagen
Kann nach 10 Tagen stehen und nach 3 Wochen gehen
Öffnet die Augen nach 10 – 14 Tagen, werden nach weiteren 2 Wochen klar
Kann nach 2-3 Wochen willkürlich Kot und Urin absetzen

Haltung der Welpen

Wurfbox, in der die Welpen und die Hündin jeweils einen eigenen Bereich haben
Schutzvorrichtung an der Wand, damit die Hündin die Welpen nicht erdrückt
Zeitungspapier als Einlage ist billig, leicht zu reinigen und isoliert gut
Umgebungstemperatur für die Welpen
- an ersten Tag (bis zum 4. Tag) 30°C
- danach die ersten zwei Wochen 27°C
- später 21°C

Fütterung während der Säugezeit

Ziel: gute Kondition der Mutter, Aufrechterhaltung der Milchleistung => spezielles Leistungsfutter
Erste Woche: 1,5-2x Erhaltungsbedarf
zweite Woche: 2-3x Erhaltungsbedarf
3.-5. Woche: 2,5-4x Erhaltungsbedarf
4 Welpen 2 x Erhaltungsbedarf
8 Welpen 3x Erhaltungsbedarf
6.-7. Woche Energiezufuhr eventuell einschränken
Futter min. 10% Fett und min. 10-20%
Kohlenhydrate

Fütterung der Welpen

Colostrumaufnahme innerhalb der ersten 12 Stunden
Gewichtskontrolle: Anfangsgewicht in 2. Woche verdoppelt, in 3. Woche 3-4x in 4. Woche 6-7x
Bei ungenügender Zunahme zusätzlich Milchaustauscher während der ersten 2 Wochen, Beifutter ab 3. Woche
Bei zu hohen Zunahmen Verfettung und Skelettdeformation
Zufütterung ab etwa 4. Woche, verstärkt ab 5. Woche, getrennt vom Muttertier
Absetzen der Welpen ab 7. Woche, sie sollten dann 4x / Tag gefüttert werden

Welpenverluste I

Durchschnittlich sterben 30 % der Welpen 82% der Todesfälle ereignen sich in der ersten Woche, 12% in der zweiten.
8% der lebend geborenen Welpen sterben kurz nach der Geburt aufgrund von Geburtsstörungen, dies entspricht 26% der Todesfälle
Die Hauptgründefür Welpensterben sind: Geburtsstörungen, bakterielle und virale Infektionen, Frühreife und schlechte Pflege von der Mutterhündin

Krankheiten der Welpen

Missbildungen, viele nicht erblich sondern z.B. durch Medikamente während der Trächtigkeit (Pilzmittel, Antibiotika, Kortison, Antiepileptika, Vitamin A in Überdosis)
Virusinfektionen, wie Parvovirus, Herpesvirus, Staupe, Zwingerhusten
Bakterielle Infektionen, wie Nabelinfektion, eitrige Bindehautentzündung,
Endoparasiten und Ektoparasiten
Toxisches Milchsyndrom

Entwurmung

Entwicklung der Spulwürmer über wandernde Larven im Körper bis zum erwachsenen Wurm im Darm
Präpatenz 21 Tage
Milde Entwurmung mit Medikamenten, die den Darm nicht verlassen z.B. Banminth oder gleicher Wirkstoff
Entwurmung der Mutter
Entwurmung der Welpen alle 2 bis spätestens 3 Wochen
Abschlussentwurmung der Welpen mit modernem Mittel wie Panacur mit Wirkung auch gegen Giardien

Schutzimpfungen

regelmäßige jährliche Impfung der Mutter
Muttertier gegen infektiöses Welpensterben während der Läufigkeit und zwei Wochen vor Ende der Trächtigkeit
Welpen mit 8 Wochen gegen Parvovirose, Staupe, infektiöse Leberentzündung und Leptospirose
Impfung beim Besitzer mit 12 Wochen gegen Tollwut, Parvo, Staupe, Hepatitis, Leptospirose
Mit 16 Wochen weitere Nachimpfung beim Besitzer wie mit 12 Wochen
In Problembeständen Impfprogramm vom Tierarzt erstellen lassen.